„Ich will etwas bewegen”

Mit demselben Elan, mit dem Dieter Morszeck die Rimowa Kofferwerke zum Welterfolg führte, hilft der Unternehmer jetzt anderen Menschen – und hat hierfür eine Stiftung ins Leben gerufen. 

Autor Jörg Schüren    
Fotograf Maurice Kohl

Herr Morszeck, nach dem Verkauf der Mehrheit an Rimowa hätten Sie sich zur Ruhe setzen können. Ihr Leben ist seitdem aber alles andere als ruhig. Sie engagieren sich mit Ihrer gemeinnützigen Dieter Morszeck Stiftung ganz persönlich, um Menschen zu helfen. Zudem sind Sie weiterhin auch als Unternehmer aktiv. Was treibt Sie an?

Ich kann nicht nur zu Hause auf dem Sofa sitzen und die Wände anstarren. Ich will etwas bewegen. Die Stiftung ist für mich eine Art Lebenserfüllung. Ich habe viel gearbeitet – und ich hatte das Glück, mit meinen Ideen sehr erfolgreich zu sein, angefangen bei der Entwicklung eines innovativen Rollensystems für Rimowa bis hin zur Produktion von Koffern aus dem fast unzerstörbaren Kunststoff Polycarbonat. Dieses Glück möchte ich weitergeben. Wenn man anderen Menschen hilft, gibt das einem ein unbeschreiblich schönes Gefühl. Um Menschen zu helfen, möchte ich dabei nicht einfach nur Geld überweisen – ich möchte wissen, was mit dem Geld passiert, und selbst etwas bewegen. Deshalb habe ich mich entschlossen, im Jahr 2016 eine Stiftung zu gründen.

„Für mich ist es wichtig, Menschen zu helfen. Wenn man anderen Menschen hilft, gibt einem das ein unbeschreiblich schönes Gefühl. Ein Gefühl, das man nicht kaufen kann.“ 
Dieter Morszeck

Wichtige Ziele Ihrer Stiftung sind die Förderung der Krankheitsprävention und der Versorgung von Patienten. Herausragend ist dabei die Unterstützung des Krebsforschungszentrums in Heidelberg mit einer Summe von rund 30 Millionen Euro – das ist das Dreifache der dort sonst üblichen privaten Zuwendungen pro Jahr. Gibt es besondere Gründe für dieses Engagement?

Krebs ist die Geißel der Menschheit. Das Deutsche Krebsforschungszentrum leistet Unglaubliches, um diese Krankheit zu bekämpfen, und gehört zu den weltweit führenden Krebsforschungszentren. Die Krebserkrankung meiner Schwester hatte mir vor Augen geführt, wie wichtig es ist, die Forschung in diesem Bereich zu fördern. Innovative Therapien entwickeln zu können ist eine Frage des Geldes – das Krebsforschungszentrum ist deshalb auch auf private Mittel angewiesen. Mit der Zuwendung fördern wir fünf zukunftsträchtige Projekte. Dazu gehört die Errichtung eines Gebäudes für die voll- und halbautomatisierte Sammlung von Proben. Darüber hinaus unterstützt die Stiftung gezielt junge Ärzte, die sowohl in der Betreuung krebskranker Patienten als auch in der Forschung aktiv sind, und finanziert neue Methoden zur besseren Früherkennung von Krebserkrankungen.

Außerdem fördert Ihre Stiftung das Kinderkrankenhaus in Köln. Hängt das mit Ihrer Liebe zur Domstadt zusammen?

Ja, als Kölner ist die Unterstützung für das Kölner Kinderkrankenhaus Amsterdamer Straße für mich ein Herzensprojekt. Ich bin Köln sehr verbunden – hier hat mein Großvater vor 120 Jahren mit seiner Sattlerei und Musterkofferfabrik den Grundstein für Rimowa gelegt. Das Kinderkrankenhaus in Köln ist eines der größten und bedeutendsten Kinderkrankenhäuser in Deutschland. Viele Gebäude stammen allerdings aus den 1960er-Jahren. Mit einem Betrag von neun Millionen Euro unterstützen wir den Bau eines neuen Traktes, in dem Eltern ihren Kindern während der Zeit im Krankenhaus ganz nah sein können.

Um die Versorgung von Patienten geht es auch bei Ihrem dritten großen Projekt, dem Aufbau einer Luftrettung für ein schwer zugängliches Gebiet in Brasilien. Wie kam es dazu?

Meine Frau stammt aus Brasilien, darum habe ich eine besondere Beziehung zu dem Land. Den Menschen in Brasilien zu helfen lag mir immer schon am Herzen. Wir haben in Brasilien den eleganten Koffer Bossa Nova Edition hergestellt. Ein Teil des Erlöses ging an die Projeto Saúde e Alegria – kurz PSA –, eine gemeinnützige Organisation, die Hilfsprojekte rund um den Amazonas unterstützt. Mit dem Aufbau einer Luftrettung möchte ich jetzt die medizinische Hilfe für die dort lebenden Menschen verbessern. Sie leben zwar im Einklang mit der Natur, holen sich ihre Medizin aus dem Wald und kennen weder Krebs noch Diabetes oder Bluthochdruck. Doch es gibt immer wieder medizinische Notfälle – zum Beispiel durch Bisse giftiger Schlangen. Dann muss innerhalb von zwei Stunden ein Gegengift gespritzt werden. Die Gegenden sind allerdings nicht mit Landfahrzeugen erreichbar und werden nur unregelmäßig von einem Hospitalschiff angesteuert. Mit den Wasserflugzeugen der Stiftung können wir künftig von unserem Standort in Santarém innerhalb einer Dreiviertelstunde 20 Gemeinden erreichen. Wir sind dabei unabhängig von den Behörden vor Ort und haben eigene Ärzte, Krankenpfleger und Piloten.

Werden Sie auch selbst Einsätze fliegen? Schließlich sind Sie seit Jahren begeisterter Pilot.

Ja, mit Sicherheit. Ich werde 2019 selbst einige Monate in Brasilien verbringen. Für mich ist es ein großer Traum, dann auch Rettungseinsätze zu fliegen. Ein Rettungsflugzeug wurde bereits nach Brasilien überführt, ein weiteres ist bestellt. Ich gehe davon aus, dass wir künftig ein bis zwei Mal pro Tag fliegen.

Gerettet haben Sie zudem ein Stück Luftfahrtgeschichte: das legendäre Flugzeug Junkers F 13. Wie haben Sie sich gefühlt, als sich 2016 Ihr Nachbau des Fliegers in die Lüfte erhob?

Das war ein unglaubliches Glücksgefühl. In der F 13 fliegt man wie in einer Kutsche über die Landschaft und sieht, wie schön die Welt ist. Die letzten F 13 standen in Museen und waren nicht mehr flugfähig. Viele kennen die JU 52, aber nur die wenigsten die Junkers F 13. Dabei ist sie als erstes Vollmetallflugzeug der zivilen Luftfahrt die Mutter aller heutigen Verkehrsflugzeuge. Ich habe schon früh beschlossen, weitere Maschinen zu bauen – und bin überzeugt, dass sie schnell Käufer finden werden. Die nächsten drei Flugzeuge sollen 2019, pünktlich zum 100. Jahrestag des Erstflugs, fertiggestellt sein. Die Nachbauten sind übrigens – wie schon in der ursprünglichen Produktionszeit von 1919 bis 1932 – aus dem gleichen Flugzeugaluminium gefertigt wie die Alu-Koffer von Rimowa. Hier schließt sich ein Kreis. Ich bin stolz, dass Junkers uns für die Produktion der F 13 die Namensrechte übertragen hat und wir Flugzeuge unter dem Namen Junkers Flugzeugwerke AG bauen können.

 

Das ist aber nicht Ihr einziges neues unternehmerisches Projekt. Hätten Sie jemals gedacht, einmal Winzer zu werden?

Nein, ich hätte mir nicht träumen lassen, dass ich einmal einen Weinberg kaufen würde. Die Idee dazu hatte mein Sohn, der Diplom-Agraringenieur ist. Als sich das Weingut Quinta do Paral im Alentejo in Portugal anbot, habe ich keine Sekunde gezögert. Es war ein Glücksgriff. In den Weinbergen haben wir zusammen mit unserem Önologen Luís Morgado Leão einen Schatz gefunden: alte Reben aus den echten autochthonen Rebsorten des Alentejo, die teilweise über 80 Jahre alt sind. Auf dem Weingut keltern wir seit 2017 Weine, die zu den besten Portugals gehören. Gleich zwei Weine aus dem Jahr 2016 wurden von der Fachjury des CINVE International Wine & Spirits Contest mit einer Medaille ausgezeichnet, einmal in Gold und einmal in Silber.

Ihre große Leidenschaft und Ihr hohes Qualitätsbewusstsein ziehen sich wie ein roter Faden durch alle Ihre Projekte. Welche Erfahrungen möchten Sie anderen Menschen mit auf den Weg geben?

Als Unternehmer ist es wichtig, niemals aufzugeben, auch wenn es noch so schwierig ist. Und wer eine Stiftung gründen will, sollte sich gründlich Gedanken machen über die Stiftungszwecke. Wichtig ist auch, die passende Stiftungsform zu finden und die Behörden frühzeitig einzubinden. Ich habe mich für eine gemeinnützige Hybrid-Stiftung entschieden, die es ermöglicht, unabhängig von den Erträgen des Stiftungskapitals jederzeit mit großem finanziellem Einsatz die Stiftung betreiben zu können. Das Wichtigste ist zudem, immer mit viel Leidenschaft und Freude bei der Sache zu sein. Wenn man diese Leidenschaft auf sein Team überträgt, und der starke Partner Commerzbank Wealth Management unterstützt, kann man Großes erreichen.


Unternehmer mit großem Herz

Die Augen von Dieter Morszeck leuchten, wenn er über die Arbeit seiner Stiftung spricht, in deren Vorstand neben ihm auch sein Sohn Thomas sitzt. Die Stiftungszwecke sind Luftrettung, Forschung, Bildung und Kinder. „Derzeit fokussieren wir uns auf drei große Projekte“, berichtet Morszeck. Die Dieter Morszeck Stiftung fördert fünf zukunftsträchtige Projekte am Deutschen Krebsforschungszentrum und finanziert einen neuen Trakt für das Kinderkrankenhaus in Köln. Zudem baut die Stiftung in Brasilien eine Luftrettung für Menschen in einem schwer zugänglichen Gebiet am Amazonas auf und unterstützt den Aufbau von Schulgärten, um die Schulkinder mit gesunden Lebensmitteln versorgen zu können. „Uns ist wichtig, dass das Geld eins zu eins bei den Menschen ankommt, ohne Abzug von Verwaltungskosten“, betont er. 

Wer die Stiftung unterstützen möchte, findet im Internet unter www.dmorszeckstiftung.de weitere Informationen. Die Bankverbindung für Spenden lautet: DE 88 3704 0037 3333 3333 00. Kunden der Commerzbank können auf ihrer Online-Banking-Seite die Dieter Morszeck Stiftung direkt im persönlichen Bereich unter „Auswahl der Spendenorganisation“ anklicken. Die Kontoverbindung ist bereits eingetragen und die Überweisung kann ganz einfach getätigt werden.

Die StiftungsVermögensverwaltung der Commerzbank

Für Stiftungen gelten besondere Anforderungen hinsichtlich der Verwaltung des Vermögens. Neben der Kenntnis der stiftungsspezifischen Bedürfnisse benötigen sie eine zielführende Aufstellung des Stiftungsvermögens, transparente Anlageinstrumente, Kosteneffizienz, eine starke Risikokontrolle, professionelle Anlageentscheidungen und nicht zuletzt faire und kalkulierbare Honorarvereinbarungen.

Die Experten der Commerzbank StiftungsVermögensverwaltung kennen diese Anforderungen und verfügen über langjährige Erfahrung und ausgewiesene Expertise in der persönlichen Betreuung von Stiftungen. 

 

       

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V. i. S. d. P.: Stefanie Pietsch (a. a. O.)