Effizientes Zahlen geht bargeldlos

Beim digitalen Zahlungsverkehr hinkt Deutschland im internationalen Vergleich noch hinterher. Doch entsprechende Angebote verbreiten sich mittlerweile  auch hierzulande rapide.

Autor David Beckmann
Illustrationen © Bigmouse108/Getty Images

Das Smartphone beherrscht längst unseren Alltag: Es ist nicht länger nur Telefon, sondern beispielsweise auch Kamera, Wecker oder Taschenrechner. Den ganzen Alltag? Nein! Beim Bezahlen sind die Deutschen wenig experimentierfreudig, zumindest laut aktuellen Daten der Bundesbank. Demnach bezahlten 2017 nur knapp fünf Prozent aller Bundesbürger im Geschäft per Smartphone. In China ist dieser Vorgang dank Alipay und WeChat längst Normalität. Und auch in europäischen Ländern – allen voran den skandinavischen – sind bargeldloses und mobiles Bezahlen Usus.

Noch immer bezahlen die Menschen in Deutschland rund drei Viertel ihrer Einkäufe mit Bargeld. Gleichwohl sinkt der Anteil am Gesamtumsatz des deutschlandweiten Zahlungsverkehrs stetig: Inzwischen macht Bargeld weniger als die Hälfte (47,6 Prozent) des Umsatzes aus. Denn gerade große Summen werden heutzutage kaum noch mit Bargeld bezahlt. Neue Applikationen und die Weiterentwicklung von Technologien wie Near Field Communication (NFC) und Mobile Payment beschleunigen diese Entwicklung.

Teures Bargeld

Dabei kann der Zahlungsverkehr in Deutschland frischen Wind gut vertragen. Immerhin bezahlt jeder Bundesbürger im Schnitt bis zu 800 Mal im Jahr für einen Einkauf oder eine Dienstleistung. Und da eine durchschnittliche Barzahlung laut EHI Retail Institute bis zu 28 Sekunden dauert, verwenden wir – sofern wir ausschließlich bar zahlen – bis zu sechs Stunden im Jahr allein auf unsere Zahlungsvorgänge. Bei dieser Rechnung vernachlässigt ist sogar noch der Zeitaufwand, den wir benötigen, um unser Bargeld am Bankautomaten abzuholen. Bargeld kostet übrigens nicht nur uns Zeit, sondern die Volkswirtschaft auch viel Geld. Genau gesagt 12,5 Milliarden Euro im Jahr für Logistik, Druck und Münzprägung laut einer von Mastercard in Auftrag gegebenen Studie.

Jedes 2. Kassenlesegerät
in Deutschland ist bereits
mit der NFC-Technologie
ausgestattet.

Wenn die Deutschen nicht mit Schein oder Münze zahlen, dann benutzen sie am liebsten die Debitkarte, bei der das Geld mit einem möglichst kurzen Zeitverzug vom Girokonto abgebucht wird. Diese ziehen sie der Kreditkarte vor, über die ohnehin nur jeder Dritte (36 Prozent) verfügt. Kreditkarten-Zahlungen machen nur fünf Prozent der Umsätze im deutschen Zahlungsverkehr aus. Girokarten kommen immerhin auf 35 Prozent.

Derzeit sind laut Angaben der Deutschen Kreditwirtschaft rund ein Drittel der in Deutschland im Umlauf befindlichen Girokarten mit der auf der NFC-Technologie basierenden kontaktlosen Bezahlfunktion ausgestattet. Die Datenübertragung erfolgt hier über ein elektromagnetisches Feld. Eine Karte muss also nicht länger in das Chiplesegerät eingeführt, sondern nur noch unmittelbar davorgehalten werden. Bei Beträgen ab 25 Euro ist zusätzlich die Eingabe des PIN-Codes erforderlich. Bis Ende 2019 soll ein Großteil der neuen Girokarten ebenfalls kontaktlos nutzbar sein. Bereits heute ist deutschlandweit jedes zweite Kassenlesegerät mit der Technologie ausgestattet.

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Die Commerzbank Mastercard erleichtert mittels NFC­Technologie das bargeldlose Bezahlen. Halten Sie zum Bezahlen einfach Ihre Karte mit einem Abstand von höchstens vier Zentimetern an das Kontaktlos­Symbol des Lesegeräts an der Kasse.

Mobil bezahlen mit Google Pay: ob im Supermarkt, der Drogerie oder dem Geschäft nebenan.

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Modernes Zahlen: kontaktlos und mobil

Kontaktloses Bezahlen beschleunigt den Zahlungsprozess nicht nur – die Karte verlässt während des gesamten Vorgangs auch nicht die Hand ihres Besitzers. Befürchtungen, dass sich Unbefugte zum Beispiel mit einem Gerät, das über die Technologie verfügt, Zugriff auf die Daten des NFC-Feldes verschaffen könnten, sind großenteils unbegründet. Befindet sich die NFC-Karte zum Beispiel in einem Portemonnaie zusammen mit Geldmünzen, wird das elektromagnetische Feld gestört. Ein Auslesen der Daten ist kaum noch möglich. Und überlagern sich zwei NFC-Felder – etwa durch zwei entsprechende Karten in derselben Geldbörse – sind die Daten für einen Angreifer überhaupt nicht mehr lesbar.

NFC kommt jedoch nicht nur bei Debit- oder Kreditkarten zum Einsatz. Da auch immer mehr Smartphones über die entsprechende Hardware verfügen, boomt der Markt für Mobile-Payment-Apps. Seit Mitte 2018 ist etwa Google Pay in Deutschland verfügbar. Die App, die auf Smartphones mit dem Betriebssystem Android läuft, ähnelt in ihrer Funktion einer NFC-Karte. Das Smartphone wird direkt an das Kassengerät gehalten. Bei Beträgen ab 25 Euro muss jedoch kein PIN-Code eingegeben, sondern lediglich die Gerätesperre deaktiviert werden. Dafür ist in der App die Kreditkarte einer Partnerbank zu hinterlegen – die Commerzbank zählt seit der ersten Stunde dazu. iPhone-Nutzer mussten sich lange gedulden. Seit Mitte Dezember 2018 ist Apple Pay nun auch hierzulande verfügbar.

Die digitale Revolution beim Zahlen hat bereits begonnen

Mit dem digitalen Zahlungsverkehr könnte es sich ähnlich verhalten wie mit anderen digitalen Trends in Deutschland: Als Facebook 2008 auf den deutschen Markt kam, führte es mit 1,2 Millionen aktiven Nutzern monatlich in der Bundesrepublik ein Nischendasein. Innerhalb eines Jahrzehnts ist das Netzwerk jedoch zu einer der wichtigsten Online-Plattformen geworden, die von mehr als 40 Prozent der Deutschen genutzt wird. Eine ähnliche Entwicklung könnten die neuen Payment-Lösungen der Tech-Giganten aus den USA nehmen. Sowohl Google als auch Apple haben nicht nur Erfahrung darin, komplette Sektoren umzuwerfen, sondern auch unseren Alltag zu verändern. Online-Bezahlsysteme wie Paydirekt oder Paypal haben in den vergangenen Jahren bereits gezeigt, dass sich innovative Lösungen im Zahlungsverkehr auch in Deutschland etablieren können.


 

       

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