Nur zur Miete, bitte!

Leasing ist für Unternehmen mittlerweile  die beliebteste Form der Fremdfinanzierung. Kein Wunder, denn es bietet viele Vorteile gegenüber dem klassischen Kredit.

Autorin Flora Rothe
Fotograf Andreas Henn

Sie ist das Herzstück des Unternehmens und derzeit Jürgen Hartmanns ganzer Stolz: die neue Dosier- und Mischanlage. Seit September 2018 steht sie in der Produktionshalle von ADD-Chem im hessischen Neuberg. Für den Inhaber der ADD-Chem Germany GmbH ist die Maschine eine notwendige Investition in sein stetig expandierendes Unternehmen. Vor neun Jahren hat Hartmann als Einzelkämpfer begonnen, mittlerweile beschäftigt er sieben Mitarbeiter und macht mehr als sechs Millionen Euro Umsatz im Jahr.

ADD-Chem fertigt und vertreibt Rohstoffe für die Herstellung von Kunststoffcompounds und -produkten. „Wir haben einen ständigen Finanzierungsbedarf, weil wir die Rohstoffe zwei bis drei Monate vorfinanzieren müssen“, erklärt der Kunststoffchemiker. „Wenn unsere Kunden ordern, müssen wir kurzfristig liefern können.“ Das jährliche Umsatzwachstum lag in den vergangenen Jahren bei 20 bis 30 Prozent. Doch Hartmann hat weitere Pläne. Sein Ziel ist es, mit seinem Unternehmen die 10-Millionen-Euro-Umsatzmarke zu knacken. „Dafür brauchen wir ein kontinuierliches Wachstum. Doch ohne Investitionen ist Wachstum nicht möglich.“

Damit die Investitionen plan- und tragbar bleiben, hat Hartmann sich für das Leasing als Finanzierungsform entschieden. Neben der Dosier- und Mischanlage hat er so jüngst auch noch ein neues Hochregallager und eine Absauganlage finanziert. „Ein Kredit ist für mich in der Regel teurer“, sagt der Geschäftsführer. „Mit Leasing kann ich mir eine gesunde Struktur aufbauen.“

Steuervorteile machen Leasing attraktiv

Leasing bietet Unternehmen viele Vorteile gegenüber dem klassischen Kredit: Einer ist, dass man die geleasten Anlagegüter nicht in seiner Bilanz führen muss. Die Leasingraten kann Hartmann sofort und in vollem Umfang als Betriebsausgaben steuerlich geltend machen. „Das mindert meinen zu versteuernden Gewinn“, erklärt Hartmann. Seine Bilanz bleibt von den Anschaffungen unberührt, denn Leasinggeschäfte sind bilanzneutral. Juristischer Eigentümer der Objekte ist der Leasinggeber.

Das wirkt sich positiv auf die Eigenkapitalquote von ADD-Chem aus. Hinzu kommt, dass die Liquidität des Unternehmens insbesondere bei größeren Investitionen geschont wird. Die Zahlungen für die Objekte fallen parallel zur Nutzung an. Bestehende Kreditlinien bleiben unbelastet.

Hartmann weiß jetzt schon, dass er die geleasten Objekte am Ende des vereinbarten Leasingzeitraums übernehmen möchte. Darum hat er sich für die Form des Mietkaufs entschieden: Die Gesamtkosten werden über eine vertragliche Laufzeit verteilt und durch monatliche Mieten abgedeckt. Aus wirtschaftlicher Sicht entspricht das einem Kauf auf Raten. Nach Zahlung aller Raten und mit Ablauf der Mietzeit gehen die Anlagen und das Hochregal automatisch in sein Eigentum über. „Das verschafft uns Transparenz und Planungssicherheit. Für ein Unternehmen unserer Größenordnung ist das enorm wichtig“, betont der Geschäftsmann.

Liquidität sichern durch Sale-and-Lease-back

Andere Unternehmen nutzen Leasing, um ihren Fuhr- und Maschinenpark immer auf dem aktuellen technologischen Stand halten zu können. Das heißt, sie geben die Objekte nach Ablauf des Leasingvertrages zurück und leasen anschließend die neuere Generation. Dabei liegt der mit der Anschaffung verbundene Aufwand beim Leasinggeber. Mit Sale-and-Lease-back können sich Unternehmen sogar Liquidität sichern, indem sie ihr Anlagevermögen oder etwa eine Maschine zum Zeitwert (maximal zwölf Monate alt) an eine Leasinggesellschaft verkaufen und anschließend zur weiteren Nutzung leasen. Das verschafft ihnen bares Geld, verkürzt die Bilanz und schafft die Voraussetzung für ein besseres Rating.

„Leasing verschafft uns Transparenz und Planungssicherheit. Für ein Unternehmen unserer Größenordnung ist das enorm wichtig.“
Jürgen Hartmann


Inzwischen gibt es kaum ein Wirtschaftsgut, das sich nicht per Leasing finanzieren lässt. Voraussetzung ist, dass das geleaste Objekt im Zweifelsfall auch von anderen Unternehmen sinnvoll genutzt werden kann. Für einen Leasingantrag braucht es bei der Commerzbank in der Regel nur eine Objektbeschreibung, den Preis, die Wunschlaufzeit und -rate sowie  die Unternehmensbilanz. Dann geht alles ganz schnell. Hartmann: „Ich hatte das Angebot innerhalb eines Tages auf meinem Tisch.“ 

Das Unternehmen ADD-Chem

ADD-Chem stellt Rohstoffe für hochwertige Kunststoffe her. Darüber hinaus berät das Unternehmen seine Industriekunden bei der Maschinen- und Anlagenplanung.

Wie bleibt ein Fensterrahmen wasserfest, schlagresistent und glänzt dauerhaft? Wie gewinnt ein Kabel an Durchschlagsfestigkeit? Wie erhöhe ich die Farbbeständigkeit von Kunststoffen trotz hoher Sonneneinstrahlung? Auf diese und viele andere Fragen findet ADD-Chem in der Regel eine Antwort. Der PVC-Experte hat sich auf den Vertrieb von Rohstoffen und die Entwicklung individueller anwendungsspezifischer Materialrezepturen für die Industrie spezialisiert. Seine Lösungen finden sich zum Beispiel in Folien, Dichtungen, Schuhsohlen, Spezialkabeln, Rohren, Fensterrahmen, Holz- oder WPC-Terrassenböden, ja sogar in Vinylschallplatten.

Das Gesicht von ADD-Chem ist Jürgen Hartmann. Er hat das Unternehmen vor neun Jahren gegründet und aufgebaut. Mit sieben Mitarbeitern betreut der studierte Kunststoffchemiker mittlerweile Kunden in ganz Europa. „Wir gehören zu den wenigen selbstständigen Unternehmen in Europa, die chemische Produkte und Maschinen für die Kunststoffindustrie anbieten“, sagt er. Die kundenspezifischen Rezepturen entwickelt Hartmann selbst im hauseigenen Labor. Hier hat er das technische Equipment, um die Qualität von Kunststoffprodukten zu überprüfen, etwa auf thermische Reststabilität und Alterung, Glanz, Feuchte, Schmelzflussrate, Rheologie oder Homogenität. 

Neben den PVC-Additiven sind die Beratung und die enge Zusammenarbeit mit den Kunden ein wesentlicher Baustein für den Erfolg von ADD-Chem. „Wir beschränken uns nicht auf den Verkauf von Rohstoffen und die Entwicklung von PVC-Additiven“, erklärt Hartmann. „Wir beraten unsere Kunden vom Mischen bis hin zum fertigen Produkt und entwickeln gemeinsam mit ihnen neue Rezepturen.“

Darüber hinaus übernimmt das Unternehmen die komplette Maschinenplanung beim Kunden vor Ort – bis hin zum Ankauf und der Installation. Dies umfasst neben den Maschinen selbst etwa auch die Energie-, Kälte- oder Fußbodenanlagen. „Vor allem in Osteuropa und England gibt es hier großen Beratungsbedarf. Die Rohstoffe, die von unseren Kunden verarbeitet werden, sind zum Beispiel häufig sehr temperaturempfindlich. Wenn da die Rahmenbedingungen wie die Strom- und Wasserversorgung nicht stimmen, dann kann es gefährlich werden.“ 

ADD-Chem versteht sich als umfassender „Problemlöser“ für die Kunststoffindustrie. Denn: „Nur über die Beratung kommen wir auch zum finalen Geschäft.“

 

       

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