Nicht billig, aber alternativlos

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Die EZB wird die Zinsen nicht vor Sommer 2019 erhöhen. Damit sind Tagesgeld und Anleihen wenig attraktiv, die Immobilienanlage entsprechend alternativlos.

Autor Chris-Oliver Schickentanz

"Häuserpreise und Mieten sind noch immer auf einem
angemessenen Niveau.“

Chris-Oliver Schickentanz, Chief Investment Officer Commerzbank AG

Am 26. Oktober 2017 war es so weit. EZB-Chef Draghi legte seine Karten auf den Tisch und erläuterte die Zinsstrategie für die nächsten Quartale. Eine Leitzinswende planen die europäischen Währungshüter nicht vor dem Sommer 2019. Zwar reduzieren sie angesichts einer guten konjunkturellen Entwicklung die monatlichen Anleihekäufe deutlich, gleichzeitig schiebt die EZB klassische Zinsmaßnahmen aber weiter auf.

Dilemma für Anleger

Insbesondere für den konservativen Anleger schafft die fortgesetzte Nullzinspolitik der EZB Probleme. Denn die Inflation zieht in Deutschland an und liegt mit rund 1,5 Prozent deutlich über dem Leitzins. Somit fallen risikolose Geldanlagen wie Tagesgeld und Sparbuch als Anlageinstrumente aus. Sie erwirtschaften keine auskömmliche Rendite, um die jährliche Teuerung kompensieren zu können. Auch bei Anleihen wird die Luft sukzessive dünner. Erstklassige Staatsanleihen mussten 2017 bereits Kursverluste hinnehmen, bei Unternehmensanleihen sind die Risikoaufschläge massiv zusammengeschmolzen. Attraktive Anlagealternativen sind schwer zu finden, insbesondere wenn größere Risiken vermieden werden sollen.

Immobilie als „sicherer Hafen“?

In diesem Zusammenhang verwundert es nicht, dass immer mehr Anleger Gelder in Immobilienanlagen umschichten. Diese gelten aufgrund ihres Substanzcharakters als „sicher“. Allerdings sind die Preise für Immobilien in den letzten sechs Jahren stark angestiegen, insbesondere in den Ballungsgebieten waren Wertzuwächse im zweistelligen Prozentbereich keine Seltenheit. Dies hat Ängste geschürt, dass der vermeintliche Sicherheitscharakter von Immobilien sich zunehmend zu einem Risikofaktor entwickelt.

(Noch) keine Blase

Doch diese Ängste halten wir für überzogen. Empirische Analysen zeigen, dass eine Immobilienpreisblase durch drei Merkmale charakterisiert ist: eine deutliche Abkopplung von Häuserpreisen und Mieten, einen spürbaren Anstieg der privaten Verschuldung und einen starken Sprung bei den Neubauaktivitäten. Für Deutschland liegt das Niveau von Häuserpreisen und Mieten trotz tendenziell sinkender Mietrenditen noch immer auf einem angemessenen Niveau. Die private Verschuldung in Deutschland ist in den letzten Jahren ebenfalls kaum gestiegen. Wir sind eben keine kreditfinanzierten Immobilienspekulanten, sondern das Volk der Sparer.

Auch die Neubauaktivitäten liegen weit von einem Blasenniveau entfernt, obwohl sie zuletzt moderat auf das Niveau der 1990er-Jahre geklettert sind. Entsprechend sehen wir die Blasenrisiken als überschaubar an, zumal wir davon ausgehen, dass auch in den kommenden Jahren das Angebot an Wohnraum und Gewerbeimmobilien nicht an die Nachfrage heranreichen wird.

Wie investieren?

Auch bei Immobilieninvestments gilt das Grundprinzip der breiten Streuung. Dies lässt sich über Direktinvestitionen dann darstellen, wenn ein ausreichend hohes Startvermögen verfügbar ist und mit attraktiven Finanzierungslösungen kombiniert werden kann. Für das Gros der Anleger sind offene Immobilienfonds der praktikablere Weg, um in Immobilien zu investieren. Als „Vermögensverwaltung für Immobilien“ bieten sie eine Beteiligung an einem breit diversifizierten Immobilienvermögen. Dank professionellem Management lassen sich so ansehnliche Jahresrenditen ohne größere Risiken verwirklichen.

Die Commerzbank Investmentexperten stellen eine Vielzahl an Marktberichten, Wertpapieranalysen und Einschätzungen zur Verfügung. Diese finden Sie hier.

       

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