ETFs im Aufwind

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Einfach, transparent, flexibel – immer mehr Anleger wollen diese Vorteile von ETFs nutzen. Für sie gibt es unterschiedliche Anlagemodelle.

Autor Jörg Schüren

Einen einfachen Plan hat Warren Buffett, wenn es um den langfristigen Erhalt seines Vermögens geht. Obwohl der Investmentguru aus den USA sein Milliardenvermögen vor allem mit der gezielten Anlage in unterbewertete Einzeltitel gemacht hat, empfiehlt er seiner Frau, den Großteil des Geldes in börsengehandelte Indexfonds – sogenannte Exchange Traded Funds, kurz ETFs – zu investieren. Schon seit Jahren gilt der gewiefte Investor als Anhänger von ETFs.

Doch was sind ETFs genau? Vereinfacht ausgedrückt, handelt es sich um passive Investmentfonds, die eine unbegrenzte Laufzeit haben, an der Börse notieren und wie Aktien während der regulären Börsenöffnungszeiten gekauft und verkauft werden können. Ihr Ziel: die Wertentwicklung eines zugrunde liegenden Index so exakt wie möglich abzubilden. Und darin liegt einer der größten Vorteile von ETFs. Mit einem einzigen Investmentprodukt können Anleger auf einen Index und damit auf eine Vielzahl von Aktien, Anleihen oder Rohstoffen setzen. Sie folgen damit einer der wichtigsten Börsenregeln: „Nicht alle Eier in einen Korb“.

Wie wichtig die Diversifikation über verschiedene Titel ist, hat der US-Wirtschaftswissenschaftler Harry Markowitz bereits in den 1950er-Jahren mit seiner Nobelpreis-gekrönten Portfoliotheorie nachgewiesen: Demnach senkt eine breite Streuung des Vermögens auf verschiedene Anlageklassen und unterschiedliche Werte das Risiko im Depot. Denn jede Anlageklasse und auch Einzeltitel aus verschiedenen Branchen reagieren unterschiedlich auf die Entwicklungen an den Finanzmärkten.

Wie einfach die Diversifikation mit diesen Vehikeln funktioniert, zeigt das Beispiel des von Buffett oft genannten ETF auf den S&P 500. Mit ihm setzen Anleger auf die Entwicklung der 500 größten börsennotierten US-Unternehmen und reduzieren so deutlich das Anlagerisiko gegenüber einem Investment in eine einzelne Aktie. Dass ETFs zugleich großes Renditepotenzial besitzen können, hat Buffett mit einer Wette gegen Ted Seides, damals Manager bei der Anlagefirma Protégé Partners, bewiesen. Mit einem ETF auf den S&P 500 erzielte er in den vergangenen neun Jahren eine höhere jährliche Rendite als ein Depot aus aktiv gemanagten Hedgefonds.

Chancen und Risiken von ETFs

Diversifikation
ETFs eignen sich sehr gut, um ein Depot zu diversifizieren, also das Risiko zu streuen. So können sie das Anlagerisiko gegenüber einem Investment in eine einzelne Aktie reduzieren.

Günstige Gebührenstruktur
Beim Erwerb von ETFs über die Börse fallen keine Ausgabeaufschläge an und auch die Pauschalgebühren sind im Vergleich zu klassischen Fonds niedrig.

Hohe Flexibilität
ETFs können fortlaufend gehandelt werden und bieten zudem ein hohes Maß an Liquidität. Anleger haben damit die Möglichkeit, schnell und flexibel zu reagieren und ihre Marktmeinung kostengünstig umzusetzen.

Möglichkeit Kursverlust
ETFs sind an einen Index gekoppelt, der sich positiv oder negativ entwickeln kann. Deshalb kann der Wert der Anteile steigen oder fallen.

Währungsrisiko
Die dem Index zugrunde liegenden Wertpapiere können in einer anderen Währung als die des Anlegers gehandelt werden, sodass Währungsverluste für ihn einen negativen Einfluss auf das Anlageergebnis haben.

Details zu den Chancen und Risiken der genannten Produkte hält ihr Relationship Manager für Sie bereit.

ETFs werden immer beliebter

Die Vorteile von ETFs haben mittlerweile auch viele andere Investoren überzeugt. Mehr als 500 Milliarden Euro sind derzeit nach Angaben von Thomson Reuters Lipper, einem Dienstleister für Finanzdaten, europaweit in ETFs investiert. Die Nachfrage von institutionellen Investoren und Privatanlegern nach börsengehandelten Indexprodukten ist ungebrochen. Laut einer Prognose des Finanzdienstleisters PricewaterhouseCoopers wird das in ETFs verwaltete Vermögen in Europa bis 2021 auf 1,6 Billionen Euro steigen.

Privatanleger haben dabei im Wesentlichen drei Möglichkeiten, in ETFs zu investieren: Entweder sie entscheiden sich dafür, ihre ETF-Bausteine selbst zusammenzustellen und direkt in Indexfonds zu investieren. Oder sie setzen mit einem ETF-Dachfonds auf eine ganze Reihe von ETFs mit unterschiedlichen Anlageklassen, deren Zusammenstellung aktiv gemanagt wird. Oder sie lassen die Auswahl und die Gewichtung der Anlagen in ETFs durch ein aktives Risikomanagement unterlegen. Die Commerzbank bietet alle drei Möglichkeiten an.

Auftrieb nutzen: Mit ETFs können Investoren auf einen ganzen Index setzen und breit diversifiziert an der Entwicklung der Märkte partizipieren.

ETF-Auswahl selbst übernehmen

Die erste der drei Möglichkeiten ist bei Selbstentscheidern beliebt. Auf einfache Weise können sie ihr Portfolio selbst zusammensetzen und ETFs auf jene Anlageklassen, Länder, Branchen und Regionen auswählen, die ihrer Meinung nach am erfolgversprechendsten sind. In Deutschland entscheiden sich die meisten Anleger für einen ETF auf den DAX. Das zeigt die Hitliste von ComStage, der ETF-Marke der Commerzbank. Der ComStage DAX ETF gehört demnach mit einem Fondsvolumen von 737 Millionen Euro (Stand: 23.11.2017) zu den ETFs mit dem größten verwalteten Vermögen. „Trotz aller Moden sind die Standardindizes nach wie vor gefragt“, erklärt Thomas Meyer zu Drewer, Geschäftsführer von ComStage. „Das hängt damit zusammen, dass sich ETFs auf Standardindizes gut als Kerninvestments eignen – mit dem Ziel, solide Renditen für einen langfristigen Vermögensaufbau zu erzielen.“ Der ComStage ETF auf den DAX hat dieses Ziel in den vergangenen Jahren eindrucksvoll erreicht. Seit der Auflage im August 2008 verbucht der ETF eine Wertsteigerung von rund 102 Prozent (Stand: 23.11.2017) – das investierte Kapital hätte sich in diesem Zeitraum also mehr als verdoppelt. Während sich der ComStage DAX ETF auf die 30 größten und umsatzstärksten Unternehmen Deutschlands konzentriert, die an der Frankfurter Börse notiert sind, können Anleger mit dem ComStage MSCI World ETF ihren Fokus noch weiter fassen und auf 1.600 Aktien aus 23 entwickelten Industrieländern setzen. „Mehr Diversifikation geht kaum“, sagt Meyer zu Drewer.

Über die großen Standardindizes hinaus können Investoren mit den ETFs von ComStage nahezu alle Anlagebereiche abdecken und gezielt in bestimmte Länder, Anlageklassen und Branchen investieren. Insgesamt umfasst die Angebotspalette mehr als 100 ETFs, darunter auch Indexfonds für den Rohstoffsektor sowie für die Renten- und Anleihenmärkte in Deutschland und der Eurozone. Wer sich aus dieser Bandbreite sein ETF-Portfolio selbst zusammenstellt, profitiert am unmittelbarsten von den Vorteilen der ETFs: Dazu zählen vor allem die günstigen Gebühren. Außerdem liegen die An- und Verkaufspreise von ETFs nur wenige Cents auseinander. So bleiben Anleger flexibel und können ETFs für kurzfristige Marktentwicklungen nutzen.

ETF-Dachfonds – einfach und modern

Nicht alle Anleger haben die Zeit, die Märkte ständig im Blick zu behalten und die Zusammensetzung ihres Portfolios je nach Marktlage selbst zu ändern. Für sie eignen sich ETF-Dachfonds. Sie ermöglichen es ihnen, ihr Anlagekapital mit nur einem Investment in eine Vielzahl von ETFs zu streuen. Die Commerzbank bietet mit IndexInvest eine neue ETF-Dachfonds-Familie an, die eine außergewöhnlich große Streuung beinhaltet. „Die Basis bilden mehr als 40 ETFs mit Investitionen in über 7.500 Anleihen und Aktien aus aller Welt. Entsprechend gering ist die Abhängigkeit der Gesamtrendite von den Risiken einzelner Wertpapiere“, erläutert Patrick Hahn, Senior-Experte Fondsspezialist bei der Commerzbank. Bei IndexInvest kann der Anleger zwischen verschiedenen Profilen mit maximalen Aktienquoten von bis zu 30, 50, 70 oder 90 Prozent wählen und damit sein Anlagekapital nach individueller Risikoneigung anlegen.

Die Auswahl der ETFs und deren Gewichtung selbst ist ein einzigartiges Zusammenspiel von Mensch und Maschine. „Mittels computergestützter Analysen werden im ersten Schritt die weltweit attraktivsten Anlagemöglichkeiten identifiziert. Im zweiten Schritt werden die Computervorschläge durch erfahrene Fondsmanager analysiert. Erst dann fällt die Entscheidung zur Zusammenstellung der Einzel-ETFs im Portfolio. So erhält der Anleger eine optimierte Mischung aus passiven Fonds und aktivem Fondsmanagement“, berichtet Hahn. Erwarten die Fondsmanager zum Beispiel eine positive Entwicklung bei Anleihen, können sie die Laufzeit des Anleihenportfolios erhöhen. Bewährt hat sich dieses besondere Konzept beispielsweise während der anspruchsvollen Marktphase im April 2017. Es konnte in dieser Zeit die Risiken bei 20-jährigen US-Staats- anleihen verringern sowie die Renditen deutlich erhöhen.

Professionelles Risikomanagement

Während sich der Aufwand der Asset-Allokation mit einem ETF-Dachfonds bereits reduzieren lässt, können ETF-Anleger noch einen Schritt weiter gehen, wenn sie sich für eine Vermögensverwaltung mit ETFs entscheiden. „Sie eignet sich für Anleger, denen Transparenz und ein aktives Risikomanagement neben der Verwendung von ETFs für ihre Anlage ebenso wichtig sind“, sagt Jan Krämer, Leiter Portfoliomanagement Investment Products zur ETF-Vermögensverwaltung der Commerzbank. Das aktive Risikomanagement übernehmen Portfoliomanager für sie und berücksichtigen dabei die individuelle Vermögenssituation und die Risikoneigung der Anleger.

So verschieden deren Bedürfnisse sind, so unterschiedlich sind auch die vier Modelle der Commerzbank in der Vermögensverwaltung mit ETFs: Sie reichen vom Vermögenserhalt mit einer Aktienquote von maximal 30 Prozent über die Varianten Vermögensausbau konservativ mit einem Aktienanteil von höchstens 50 Prozent sowie Vermögensausbau dynamisch mit einer Aktienquote von maximal 75 Prozent bis hin zum Modell Vermögenswachstum, das sich – je nach Situation – auch komplett aus Aktien zusammensetzen kann.

Allen vier Modellen liegt ein mehrstufiger Anlageprozess zugrunde. Im Sinne der Portfoliotheorie von Harry Markowitz streuen die Portfoliomanager das Kapital der Anleger breit über verschiedene Anlageklassen und Marktsegmente hinweg. Schließlich entscheidet die richtige Gewichtung über den Erfolg der Vermögensanlage. Und noch einen Punkt haben die vier Anlagemodelle der ETF-Vermögensverwaltung gemeinsam: das umfassende Risikomanagement. Ändern sich die Marktbedingungen, dann greifen die Portfoliomanager schnell ein. „Um ungünstige Marktentwicklungen frühzeitig zu erkennen, nutzen wir eine Vielzahl von Risikokennzahlen, die mittels modernster Software fortlaufend berechnet werden“, so Krämer. „Um auch auf extreme Szenarien vorbereitet zu sein, stellen wir die Depots mittels Stresstests auf den Prüfstand und wappnen die Portfolios für den Ernstfall“.

Mit einem Startvolumen von 100.000 Euro können Anleger somit unabhängig von Transaktionskosten in den „Club derjenigen eintreten, die in schwierigen Zeiten sinnvoll und effzient Risikomanagement betreiben lassen.“

       

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Gallusanlage 7
60329 Frankfurt am Main
V. i. S. d. P.: Stefanie Pietsch (a. a. O.)

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