Das Vermögen weitergeben

Streit ums Erbe kommt in den besten Familien vor. Aber auch sonst sollten Vermögende zu Lebzeiten Vorkehrungen treffen, damit alles reibungslos läuft.

Autorin Corinna Zawodniak

34 Jahre hat es gedauert, bis im Frühjahr dieses Jahres das Landgericht Düsseldorf den Geldzwist der Erben des Versicherungskonzerns ARAG beendete. Auch in zahlreichen anderen Dynastien löste die Übertra­gung des Vermögens einen Kampf in der Nachfolgegeneration aus und sorgte für unangenehme Schlagzeilen. Hätten die Erblasser das zu Lebzeiten vorausgesehen, hätten die meisten wohl noch besser vorgebeugt: durch Wertgutachten, Festlegungen und eine frühzeitige abgesicherte Weiter­gabe des Vermögens in jene Hände, in die es gelangen sollte. „Schließlich haben die meisten klare Wünsche und Vorstellungen, was mit ihrem über die Jahre und Jahrzehnte aufgebauten Vermögen später passieren soll“, weiß Sebastian Sehr, der bei der Allianz solche Fälle betreut.

Jedes Jahr gehen in Deutschland 400 Milliarden Euro an Erben über, hat das Deutsche Institut für Wirtschafts­forschung (DIW) berechnet. „Eine ungeregelte Vermögensübertragung an die nachfolgenden Generationen birgt diverse Fallstricke“, erklärt Sehr. Es müssten nicht immer gleich Erbstreitigkeiten entstehen, auch Unklarheiten und Verzögerungen etwa könnten den Betrieb eines vererbten Unternehmens beeinträchtigen.

Tipps für die Vorbereitung

Sehr empfiehlt, verschiedene Szenarien zu durchdenken und eine Lösung vor­zubereiten, die sich bei Bedarf flexibel anpassen lässt. „Das gilt besonders für den Vermögensübergang innerhalb der Familie.“ Grundlage bildet die testamentarische Festlegung der gewünschten Erbfolge. Im Hinblick auf die potenzielle Höhe der Erbschaft­steuer kann eine Übertragung des Vermögens zu Lebzeiten überlegens­wert sein. Unter Umständen kommen Erben sonst in die Lage, geerbte Firmenanteile, Immobilien oder anderen Besitz verkaufen zu müssen, um die Erbschaftsteuer bezahlen zu können. „Vielfach müssen dann Assets zur Unzeit mit Verlusten realisiert werden“, so Sehrs Erfahrung.

Bei der Allianz Vermögenspolice sind sowohl Schenker als auch Beschenkter Versicherungsnehmer. Dadurch bietet sie individuelle Möglichkeiten. Das Vermögen kann bereits zu Lebzeiten übertragen werden, wird aber erst im Fall des Todes ausgezahlt – und zwar einkommensteuerfrei. Erbschaftsteuer fällt an, wenn die Freibeträge über­schritten sind. So lange bleibt das Kapital im Zugriff des Vermögenden und bringt sogar noch eine attraktive Rendite ein. Wie sicherheits- oder chancenorientiert die Anlage ist, wird individuell festgelegt. „Die meisten Menschen scheuen davor zurück, den Zugriff auf das eigene Vermögen zu früh abzugeben“, weiß Sehr. „Vor allem bei Schenkungen besteht vielfach der Wunsch, die Entwicklung des Be­schenkten erst noch zu verfolgen.“ Und bei unvorhergesehenen Entwick­lungen kann die Planung jederzeit geändert werden. Sollte sich beispielsweise die Erbfolge verschieben, ist eine Anpassung des im Todesfall Begünstigten jederzeit möglich. Überhaupt ist die Lösung sehr indivi­duell auf die persönliche Situation anpassbar. Spezialisten der Commerz­bank und der Allianz helfen dabei.

Zugriff auf das Kapital ist gesichert

Interessenten sollten allerdings beachten, dass sich die Vermögens­police nicht als zusätzliche Renten­vorsorge für das Alter eignet. Eine Gesundheitsprüfung ist grundsätzlich nicht erforderlich, allerdings sollte der Vermögende die Versicherung vor seinem 80. Geburtstag abschließen. Ab 70 Jahren ist nur noch die Einzah­lung eines Einmalbetrages möglich. Vorher kann er hingegen frei wählen, ob er einmalig einen größeren Betrag (mindestens 3.000, maximal 2,5 Millionen Euro) oder laufende Beiträge einzahlen möchte (bis maximal 2,5 Millionen Euro Beitragssumme in den ersten zehn Jahren). Auch Zahlungen über eine festgelegte Anzahl von Jahren sind möglich. Die Zuzahlungen pro Versicherungsjahr können zwischen 1.000 und 20.000 Euro liegen.

Außerdem ist es jederzeit möglich, auf das Kapital zuzugreifen, wenn doch einmal unerwartet Geld benötigt wird. Dabei sind allerdings bestimmte Mindestgrenzen zu beachten, die in der Versicherungspolice verbleiben müssen. Zudem unterliegen die Erträge auf den entnommenen Betrag der Abgeltungsteuer. Ansonsten sind die Renditen während der Laufzeit steuer­frei. Ebenso erhält im Todesfall der Begünstigte die Auszahlung ein­kommensteuerfrei. Insgesamt ergibt sich durch die Police eine sinnvolle Kombination aus langfristiger und kurzfristiger Planbarkeit für die Übertragung des Vermögens.

       

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