Vor Anker mit Sönke Roever

Vom Start-up-Manager zum Weltenbummler: Sönke Roever hat zusammen mit seiner Frau dreieinhalb Jahre lang die Welt umsegelt. In seinem Kielwasser liegen 35.000 Seemeilen und 35 Länder.

Die Fragen stellte Flora Rothe
Illustration Lorena Addotto

Was treibt Sie aufs Meer?

In unserem Alltag ist der Blick oft „verbaut“. Nur auf See kann der Blick 360 Grad über den Horizont schweifen. Das macht den Kopf unglaublich frei.

Aber ist der Mensch nicht für sicheren Boden unter den Füßen gebaut?

Für die meisten trifft das wohl zu. Ich hingegen fühle mich auf See wohl. Ich liebe die Auseinandersetzung mit den Elementen der Natur, getrieben von der Kraft des Windes. Ich fühle mich dann sehr lebendig.

Was ist das Wichtigste, das Sie auf Ihrer Weltumsegelung gelernt haben?

In schwierigen Situationen Ruhe zu bewahren und überlegt zu handeln. Stürme ziehen weiter. Das erscheint vielleicht logisch, war aber dennoch eine wichtige Erkenntnis für mich.

Wie motivieren Sie sich in schwierigen Zeiten?

Ich versuche stets, jeder noch so schlechten Situation etwas Positives abzugewinnen. Einen Sturm abzu­wettern macht wenig Spaß. Aber auch dann können Wolken und Wellen faszinierend schön sein.

Bei Ihrer Weltumsegelung hatten Sie im Laufe der Zeit eine ganze Reihe von Mitseglern. Wie gelingt es, immer wieder neue Charaktere in die Crew zu integrieren?

Es braucht – so wie bei einer Unter­nehmensführung – eine gewisse soziale Kompetenz. Gute Geschäfts­führer sind in der Regel auch gute Kapitäne. Mitsegler sollten gemäß ihrer Stärken und Schwächen in die Aufgaben eingebunden werden. Einer kann besser navigieren, der andere besser kochen. Meine Aufgabe ist es, das zu erkennen.

Sie haben Ihre Managerkarriere aufgegeben und einen neuen Weg eingeschlagen. War es die richtige Entscheidung?

Vor unserer Reise gab es einige Menschen, die uns für verrückt erklärt haben. Das kleine Boot, wochenlang auf See und dann meist nur zu zweit. Von meiner beruflichen Karriere mal ganz abgesehen. Dafür wurden wir mit unglaublich schönen Begegnungen, Erlebnissen und Eindrücken belohnt. Das kann uns keiner mehr nehmen und es war jede Mühe mehr als wert.

Haben Sie Ihren perfekten Hafen gefunden?

Vorerst ja. Ich mag keine Routine und suche stets das Neue: neue Tätig­keiten, neue Ufer und neue Menschen. Ich möchte einfach möglichst viel von unserem schönen Planeten entdecken und immer wieder meinen Horizont erweitern. Das ist ein großer innerer Motor. Als Key­-Note­-Speaker halte ich Vorträge für Unternehmen und berate Segler, die lange Reisen planen.
 


Über die Weltumsegelung mit seiner Frau hat Sönke Roever das Buch „1200 Tage Samstag“ geschrieben, erschienen im Delius Klasing Verlag. Weitere Informationen und Kontakt zu Sönke Roever unter www.blauwasser.de

       

Commerzbank AG, Wealth Management
Gallusanlage 7
60329 Frankfurt am Main
V. i. S. d. P.: Stefanie Pietsch (a. a. O.)